Osmose erkennen: Ursachen und Erscheinungsformen

Wie Osmose entsteht

Das im Bootsbau am häufigsten verwendete Laminierharz ist Polyesterharz. Bei allen Vorzügen hat es einen Nachteil: Bei dauerhaftem Wasserkontakt diffundieren Wassermoleküle durch das Gelcoat in das Laminat. Es beginnt ein langsamer Zerstörungsprozess, der den Härter des Polyesterharzes auflöst und zur Delamination führt – das Schiff wird „weich“.

Ein begonnener osmotischer Prozess ist nicht umkehrbar und schreitet ohne Gegenmaßnahmen von Jahr zu Jahr fort.

Eigentlich soll das Gelcoat als Feinschicht das Laminat vor Feuchtigkeit schützen. Da es jedoch ebenfalls aus Polyesterharz besteht, ist diese Schutzwirkung nur schwach ausgeprägt und hält nur einige Jahre.

Osmoseblasen sind die Folge, nicht die Ursache

Früher oder später wird die Schutzschicht unwirksam: Das Gelcoat wirft Blasen, später wird das darunterliegende Laminat angegriffen (Lochfraß). Die sichtbare Blasenbildung ist also nicht die Osmose selbst, sondern ihr Ergebnis – osmotische Prozesse sind oft schon vorhanden, bevor man sie sieht.

Ausgangspunkt der Osmoseblasen sind Hohlräume und Luftblasen im Laminat. Dort sammelt sich Feuchtigkeit (Kondensation), verbindet sich mit nicht abgebundenen, flüchtigen Bestandteilen des Harzes und wölbt bei ausreichendem Druck das Gelcoat auf. So entstehen Blasen unterschiedlicher Größe an der Außenhaut des Unterwasserschiffs.

Dieser Befall wird erst spät sichtbar – mit einem Messgerät lässt er sich bereits früher erkennen.

Nicht jede Blase ist Osmose

Osmose liegt nur vor, wenn sich Blasen im Gelcoat bilden – auch dann, wenn die Blasen keine Flüssigkeit mehr enthalten und das Messgerät relativ niedrige Werte anzeigt. Für eine sichere Beurteilung braucht es deshalb neben dem Augenschein eine fundierte Feuchtigkeitsmessung, ihre fachkundige Auslegung und eine genaue Untersuchung des Gelcoats.

So unterscheiden Sie Osmose von Beschichtungsablösungen

  • Schleifen Sie das Antifouling mit Schleifpapier und Schleifklotz vorsichtig Schicht für Schicht ab, bis das Gelcoat sichtbar wird.
  • Liegt Osmose vor, zeigen sich im Schliffbild einzelne, meist helle Punkte: die Aufwölbungen des Gelcoats.
  • Liegen die Blasen nur in der Beschichtung, sehen Sie keine Punkte, sondern ein gleichmäßiges, farblich einheitliches Schliffbild.

Für eine sichere Diagnose haben wir unser Osmose-Diagnose-System entwickelt. Welche Verfahren wir zur Osmose-Prävention und zur Osmosesanierung einsetzen, lesen Sie auf den jeweiligen Seiten.

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